Sonntag, 31. August 2008

done it - meine erste Halbdistanz in Podersdorf

So, nun ist der Tag auch schon wieder vorbei. Was diesen Tag von den anderen 364 im Jahr unterscheidet? Heute, genau um 07:30 fiel der Startschuss für meine erste Halbdistanz. Ich ging mit sehr viel Ehrfurcht und Respekt in dieses Rennen, jedoch haben die Zahlen 1,9km, 90km und 21,0975km jetzt eine komplett neue Bedeutung. Es sind nicht irgendwelche Zahlen, nein! Ab heute stehen sie für mich in Verbindung mit Schmerzen, einem gewissen Maß an Qualen und diesem einfach unbeschreiblichen Gefühl, eine Mischung aus Glück, Freiheit und Selbstdisziplin. Ich weiß dass mag sich für euch jetzt ein wenig komisch anhören, aber genau das ist es was meinen heutigen Tag ausgemacht hat.

Nun aber zum Rennen. Ein Rennen das mich an meine momentanen Grenzen geführt hat.

Nach dem Einschwimmen im Neusiedlersee ging alles recht schnell. Beng! Und schon fand ich mich inmitten hunderter anderer Athleten wieder. Die Bedingungen die herrschten waren laut der anderen Athleten dieselben wie immer. Naja, wer schon mal vor Ort war weiß ja von was ich spreche. Dem Windsurfer sein Paradies, dem Triathleten sein Graus. Heftig durch die Wellen durchgeschüttelt stieg ich nach 37min36sek (Gesamt 42. AK 4.) aus dem Wasser.


Hier begann für den ein oder anderen ein langer Fußmarsch.

Am Rad ging es mir sehr gut. Mein an diesem Tag gefasstes Ziel war es unter 2h45min wieder zurück in der Wechselzone zu sein. Vorab weg, ich habs geschafft. Die Strecke ist zwar nicht gerade bekannt für ihr Höhenprofil, jedoch kann einem der Wind schon schön zu schaffen machen. Die letzten 10km von Illmitz nach Podersdorf herrschte ein Gegenwind welcher mich teilweise auf unter 30km/h abbremste. Doch wo es Gegenwind gibt, gibt es auch wieder Rückenwind. D.h. an einigen Stellen der Strecke fuhr ich gemächlich meine 42km/h dahin ohne viel Kraft aufzuwenden. Wie schon erwähnt habe ich dann die T2 unter meiner vorgenommenen Zeit erreicht, 2h37min59sek (Gesamt 97. AK 6., jedoch nach der T2 wieder Top 5.)

Und ab diesem Punkt wurde das Rennen für mich zur Selbstüberwindung. Das Laufen. Weiß nicht ob ich überhaupt das Wort laufen verwenden darf. Es war irgendwas zwischen Gehen und Joggen. Die ersten 10km legte ich für meine Verhältnisse an diesem Tag noch recht flott zurück (59min2sek). Aber schon nach der Wende merkte ich, das dieser HM der „Längste“ werden könnte den ich je zurückgelegt habe. Schon in der ersten Runde musste ich einmal das weite Grün aufsuchen da meine Magenprobleme dieses mal in das fortgeschrittene Stadium übergingen. Auf der zweiten Runde verfolgte mich dann ständig ein komisches Gefühl in der Magengegend welches mich einfach nicht mehr schneller laufen lies als Wellnesstempo. Ab diesem Zeitpunkt hab ich mir selbst eingestehen müssen, dass aus meiner bisherigen Top 10 AK Platzierung an diesem Tag nichts mehr wird. Ab jetzt gab es nur mehr das eine Ziel, have fun and enjoy yourself. Sagen wir es so, ich hab es zumindest versucht. Auch nach einem zweiten Abstecher in die Büsche wurde mein Problem rund um den Magen nicht besser und so hieß es die letzten 5km zusammenzwicken, sonst würde mein erster Auftritt über die Halbe zu einem der peinlichsten Momente meines Lebens werden. Endlich geschafft, mein Gedanke als ich ca. 2km vor dem Ziel die Stimme des Kommentators über die Boxen hörte. Immer wieder überholten mich noch andere Athleten/innen, jedoch war mir dies in jenem Moment egal. Ich wollte einfach nur mehr meinen Zieleinlauf genießen und unter dem Finisherbogen meine Hände in Richtung Himmel reißen. Und dann war es soweit die letzten 10m. Stopp, gehen, so wie ich es seit 10km geplant hatte. Rüber zu meinen treuen Fans meiner Mum, meinem Dad und natürlich meiner Freundin, noch kurz etwas plaudern und ein Bussi austeilen, und dann mit erhobenen Händen nach 5h33min30sek ertönte endlich das penetrante piepsen der Pentekmatte und ich hatte es geschafft. Meine erste Halbdistanz. Ein unbeschreibliches Gefühl welches Emotionen in mir weckte die ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht kannte.

Auf den ersten 10km

1m vor dem Ziel, am weg zu meiner Familie

Alles in allem ein echt gelungener Tag. Ein super Rennen das mir wieder mal den schmalen Grad zwischen Freude und Leid gezeigt hat. Nächstes Jahr bin ich sicher wieder dabei. Wie es in der nächsten Saison weiter geht kann ich noch nicht sagen. Mich erwarten viele neue Dinge. Ob mein Fokus weiterhin auf der olympischen Distanz bleibt oder ob ich eher in Richtung „think big“ gehe kann ich auch erst nach einem Treffen mit dem Trainer entscheiden. Leider ging auch mit dem gestrigen Rennen die Triathlon-Saison dem Ende zu. Jetzt gehen jedoch wieder die Läufe los und da hab ich auch noch ein Ziel zu erfüllen. Da fast all meine Ziele für heuer schon erfüllt wurden, fehlt nur noch eines 10km in sub 40min. Alles dazu könnt ihr natürlich hier wieder nachlesen.

Bis dahin, LG
Flaumi

Hier war noch alles in Ordnung =)



Meine treusten Fans:


10 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

spitzen bericht! sehr sehr fein geschrieben!

ich freu mich auch schon auf die kommend "laufsaison" ... da lass mas ordentlich krachen ;-)

Anonym hat gesagt…

Flaumi ich gratulier dir ganz herzlich!!! Verdammt geniale Leistung!

Joesoletti hat gesagt…

Gratuliere Flaumi, jetzt geht's erst richtig los. Die Langdistanz packst du auf jeden Fall, auch wenn du es dir momentan wahrscheinlich nicht vorstellen kannst ;-)
Alles Gute für deine restlichen Laufbewerbe,
Martin

Unknown hat gesagt…

Gratuliere ganz herzlich.

Habe am Wochenende ebenfalls meine erste Halbdistanz bewältigt. Wir sind uns auf der Laufstrecke in der ersten Runde begegnet. Hatte vor allem anfangs bei Laufen auch Magenprobleme, konnte aber zum Glück durchlaufen.
Übrigens tolle Schwimmzeit. Ich bin überhaupt nicht mit dem unruhigen Wasser zurechtgekommen und erst nach geschlagenen 46,17 aus dem Wasser.

Lg Klemens

Flaumi hat gesagt…

ich danke euch allen recht herzlich.

@klemens:
und was ist es dann für ne endzeit geworden?

Unknown hat gesagt…

Mein Endzeit war genau 05:18:00

Wie gesagt katastrophale Swim- Leistung von 46min. Beim Radfahren ging es super und ich bin ganz stolz auf mein 2:31. Besonders wenn man bedenkt das ich alleine von hinten gefahren bin, während sich vorne einige große Gruppen gebildet hatten (Auf der Wendestrecke sind mir 3 Gruppen von min. 20 Fahrern begegnet!!!!).
Für den HM hab ich dann 1:55:45 gebraucht. Am Anfang hatte ich Magenkrämpfe, konnte aber durchlaufen jedoch nichts mehr wirklich essen oder trinken. Das hat sich dann gerächt als ich auf den letzten 5km total eingebrochen bin. Die Beine bewegten sich einfach nur noch halb so schnell wie ich wollte. Aber Hauptsache gefinished :)

Flaumi hat gesagt…

eh sau cool! gratuliere dir. ev. sieht man sich ja mal wieder, würd mich freuen wennst hallo sagen kommst.

lg
flaumi

Doogie hat gesagt…

@ klemens:

würde auch sagen, dass du voll und ganz zufrieden sein kannst.

wenn ich es mir ausuchen könnte, dann würd ich auf alle fälle lieber das schwimmen "schlecht" erwischen, und dann beim radeln ordentlich plätze gutmachen, als umgekehrt wenn man gut schwimmt, und dann beim radeln nach hinten durchgereit wird.

das passt schon so. super leistung - gratulation auch von mir!

lg,
d.

Unknown hat gesagt…

Meine "Fans" haben zufällig ein Schnappschuss von Dir beim Laufen geschossen. Ein Paparazzi-Foto ;)

Bin nicht sicher wie ich das Foto hier anzeigen kann. Habe auf den Server geladen:

http://klemi1.kl.funpic.de/gallery/Triathlon/DSCF1726.JPG

P.S.: im nächsten Bild komm ich dann, war also noch hinter dir.
http://klemi1.kl.funpic.de/gallery/Triathlon/DSCF1727.JPG


lg klemens

Flaumi hat gesagt…

danke klemens!